Termine

Jan
17
Fr
Max Leven – ein Lebensweg mit Musik und Politik
Jan 17 um 18:00 – 20:00

Vom Leben des Kunstkritikers Max Leven (1882-1938) ist sein Tod in der Reichspogromnacht 1938 wohl am besten bekannt. Der Vortrag wird hauptsächlich seine Lebensabschnitte vorstellen: die Prägung des Kindes und Jugendlichen in Lothringen, die Familiengründung in Krefeld, den Umzug nach Solingen und die Mitwirkung in USPD, KPD und in der verbreiteten Tageszeitung „Bergische Arbeiterstimme“. Wie aktiv war er dort? Und wie erging es dem Juden und Kommunisten zwischen 1933 und 1938 unter der NS-Diktatur? Der Historiker Horst Sassin ist diesen Fragen so weit wie möglich auf den Grund gegangen, um ein besser fundiertes Gesamtbild zu entwickeln, als es bisher möglich war.

Jan
27
Mo
„Vergessene“ Opfer – das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen in Hand der Wehrmacht 1941 – 1945
Jan 27 um 19:00 – 21:00

Die völkerrechtlichen Rahmenbedingungen für die Kriegsgefangenenpolitik der Wehrmacht und die Frage, inwieweit diese völkerrechtlichen Vorschriften beachtet wurden, werden beleuchtet. Zwar erließ die Wehrmacht die Richtlinien zur Behandlung Gefangener gemäß den Bestimmungen des Genfer Abkommens, tatsächlich schuf sie aber von Anfang an eine Rangordnung unterschiedlicher Rechte und Rechtssicherheit für die verschiedenen Gefangenengruppen. Diese Praxis gipfelte in der verbrecherischen Behandlung der rund 5,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen in deutscher Hand ab Juni 1941, von denen zwischen 2,5 und 3,3 Millionen ums Leben kamen. Deren Schicksal in den Lagern und beim Arbeitseinsatz im Reichsgebiet gilt das Hauptaugenmerk des Vortrags. Abschließend soll skizziert werden, aus welchen Gründen sich Politik, Gesellschaft und Geschichtswissen-schaft nicht nur in den Nachfolgestaaten des „Dritten Reiches“, sondern auch in der Sowjetunion lange Zeit mit diesem Thema nicht befasst haben.

Referent: Dr. Jörg OsterlohFritz-Bauer-Institut, Frankfurt

Dr. Jörg Osterloh ist seit 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main. Er studierte Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Hannover und promovierte 2004 mit einer Studie über die nationalsozialistische Judenverfolgung im Reichsgau Sudetenland an der TU Dresden.

Leitung: Pfarrer Thomas Förster, Synodalassessor

Zu dieser Gedenkveranstaltung laden ein:

Evangelischer Kirchenkreis Solingen, Evangelische Kirchengemeinde Ohligs, Evangelisches Schulreferat Solingen, Katholisches Bildungswerk Wuppertal/ Solingen/ Remscheid

Jan
28
Di
Ewig anders. Alltagsrassismus in Deutschland – Lesung und Diskussion mit Marvin Oppong
Jan 28 um 18:30 – 20:30
Ewig anders. Alltagsrassismus in Deutschland - Lesung und Diskussion mit Marvin Oppong @ Forum der Bergischen VHS

Der in Münster geborene Journalist Marvin Oppong weiß genau, worüber er berichtet, wenn er den Alltagsrassismus in Deutschland und die institutionelle Diskriminierung beschreibt. Denn er schöpft aus persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen, ist er doch als Schwarzer geboren. In seinem aktuellen Buch spürt er den Veränderungen nach, die sich im politischen und gesellschaftlichen Klima seit dem 11. September 2001, der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof zum Jahreswechsel 2015/2016 oder der Özil- und #MeTwo-Debatte immer klarer abzeichnen.

Feb
6
Do
Nachfragen erwünscht – Solingen im Gespräch mit Renate Bernhard und Abdulkadir Cakar über Kinderrechte versus religiöse Tradition am Beispiel der Beschneidung
Feb 6 um 19:00 – 21:00

Was tun, wenn religiöse Gebote mit weltlichen Werten kollidieren? Im Umfeld der Bundestagsentscheidung vom Dezember 2012, im Paragraf 1631d des Bürgerlichen Gesetzbuches den Passus einzuführen, wonach „eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes“ vorgenommen werden darf, prallten die gegensätzlichen Meinungen aufeinander. Während die Befürworter*innen der Beschneidung auf die religiösen Gebote verwiesen und sich dagegen verwahrten, dass ein Beschneidungsverbot ihre Religionsfreiheit verletzen und zugleich eine Ausübung ihrer Religion in Deutschland unterbinden würde, verwiesen die Befürworter*innen eines Verbots auf Kinderrechte und das Kindeswohl, das nicht zugunsten unaufgeklärter religiöser Traditionen verletzt werden dürfe. Wie lassen sich diese Konflikte in einer pluralistischen und religiös differenzierten Gesellschaft auffangen? Diese Frage diskutiert die Redakteurin Susanne Koch unter Einbeziehung der Teilnehmenden mit der Journalistin Renate Bernhard, einer vehementen Kritikerin der Beschneidungen an Mädchen wie Jungen, sowie mit Abdulkadir Cakar, der die Praxis der Beschneidung von Jungen aus muslimischer Sicht rechtfertigt. Die Teilnahme eines muslimischen Kritikers der Beschneidung ist angefragt.

Feb
12
Mi
Red Hand Day: Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten
Feb 12 um 18:30 – 20:30

Der „Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten“ erinnert an das sogenannte Kindersoldatenprotokoll der Vereinten Nationen, das am 12. Februar 2002 in Kraft trat und mittlerweile von 167 Staaten unterzeichnet wurde. Das Protokoll vermerkt ausdrücklich, dass die Zwangsrekrutierung von Kindern und die Wehrpflicht von unter 18-jährigen Jugendlichen illegal sind und dass Verstöße dagegen vom Internationalen Gerichtshof als Kriegsverbrechen verfolgt werden. Ehemalige Kommandeure in Kriegsgebieten bis hin zu Staatspräsidenten sind daher bereits zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Doch abschreckend wirkt das Protokoll nicht. So gibt es Ausnahmeregelungen, die zum Beispiel auch die Bundeswehr in Anspruch nimmt, um 17-jährige Freiwillige zu rekrutieren, und die Situation in vielen Ländern der Welt führt vor Augen, wie skrupellos Machthaber und Milizenführer über das Völkerrecht hinwegsehen und damit Kinder- und Menschenrechte verletzen. Denn nach wie vor werden weltweit rund 250.000 Kinder in mindestens 19 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika als Soldaten und im Kampf eingesetzt. Sie werden entführt oder mit falschen Versprechungen und einem geringen Sold gelockt und militärisch gedrillt.
Der Gedenktag, an dem weltweit durch öffentliche Proteste und Aktivitäten Aufmerksamkeit auf die Situation von Kindersoldaten gelenkt werden soll, bietet daher Anlass, einen Blick in die Geschichte zu werfen, um dem Phänomen der Kindersoldaten historisch näher zu rücken, wie es Prof. Jörg Becker in seinem Beitrag unternimmt. Gerd Faruß von der Kinderhilfsorganisation terre des hommes, die sich für den Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten und gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten einsetzt, zeichnet anschließend die Entwicklung vom Falklandkrieg, der die Problematik minderjähriger Soldaten und Kriegstoten der Öffentlichkeit vor Augen führte, bis zu der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 und dem Protokoll von 2002 nach und gibt aktuelle Daten und Beispiele. Eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Thorsten Kabitz gibt auch dem Publikum Gelegenheit, mitzudiskutieren.

Feb
27
Do
Das persönliche Ressourcenkonto: Ökologische Verteilungsfragen sozial gestalten
Feb 27 um 19:00 – 21:00

Nicht nur CO2 muss eingespart werden, sondern zahlreiche lebenswichtige Ressourcen werden in näherer Zukunft knapper werden. Umso dringlicher stellt sich die Frage nach gerechter Verteilung und einem für alle fairen Zugang. Über Geld und höhere Preise, wie derzeit diskutiert, kann der Weg nicht führen. Denn Geld und Vermögen sind in Deutschland extrem ungleich verteilt. Wenn man jedoch Vermögensausgleich und ökologische Lenkung zusammen angeht, ergibt sich eine spannende Lösung, die ohne Verbote und ohne Preiserhöhung auskommt, niemanden etwas nimmt, vielmehr etwas gibt und zudem effektiv ist, meint der Philosoph Norbert Held.

Mrz
5
Do
Nachfragen erwünscht – Solingen im Gespräch mit Dr. Ilka Werner, Hanna Attar und Michael Mohr über die Gleichberechtigung religiöser Feiertage
Mrz 5 um 19:00 – 21:00

Ein Blick in den Kalender, den das Kommunale Integrationszentrum der Stadt Solingen herausbringt, zeigt es auf einen Blick: In der Klingenstadt leben mittlerweile viele Religionsgemeinschaften zusammen, die eine Vielzahl an unterschiedlichen religiösen Fest- und Gedenktagen begehen. Dieser Vielfalt steht immer noch die Dominanz christlich geprägter Feiertage gegenüber. Ist diese Dominanz noch zeitgemäß bzw. fair oder sollte eine Ergänzung in das Verzeichnis der offiziellen Feiertage, die dann anderen Religionsgemeinschaften zuzuordnen sind, aufgenommen werden? Und wenn eine Ergänzung auf den Widerstand der Wirtschaft stößt, ist etwa eine Streichung weiterer christlicher Feiertage zugunsten der Aufnahme nichtchristlicher Feiertage diskutabel? Aber ist eine staatliche Regelung überhaupt erstrebenswert? Darüber diskutiert die Redakteurin Susanne Koch unter Einbeziehung der Teilnehmenden mit Dr. Ilka Werner (Superintendentin des Kirchenkreises Solingen), Hanna Attar (Islamwissenschaftlerin) und Michael Mohr (Katholische Pfarreigemeinschaften Solingen-Mitte).

Mrz
11
Mi
Die bergische Beratungsstelle „Wegweiser“ stellt sich vor
Mrz 11 um 18:30 – 20:00

Die Phänomene religiös begründeter Menschenfeindlichkeit, insbesondere der Salafismus, stellen eine große Herausforderung für Eltern, Lehrer und Beschäftigte in Jugendhilfe und Sozialarbeit dar.
Wie kommt es dazu, dass junge Menschen in kürzester Zeit ihr ganzes bisheriges Leben aufgeben? Wie kann es dazu kommen, dass in Deutschland sozialisierte junge Menschen Extremisten folgen, die zu brutalster Gewalt, Mord und Selbsttötung aufrufen? Was treibt sie in die Radikalisierung?
Mit welchen Mitteln gelingt es salafistischen Akteuren, junge Menschen zu diesen radikalen Schritten zu bewegen, und welche Rolle spielen dabei Online-Medien sowie professionell inszenierte Videopropaganda?
Und was können schließlich Eltern, Lehrer und in der Jugendhilfe Tätige dagegen tun?
Die Mitarbeiterin der Beratungsstelle Wegweiser im Bergischen Land Sevdanur Öczan möchte uns einen Einblick in die Thematik geben und über ihre Erfahrungen berichten.

Mrz
16
Mo
März 1920: Militärputsch – Generalstreik – Revolution
Mrz 16 um 18:30 – 20:30

Am 13. März 1920 putschten in Berlin Militärs unter der Führung von General Walther von Lüttwitz und mit Unterstützung von Erich Ludendorff gegen die gewählte demokratische Regierung unter Gustav Bauer (SPD), die daraufhin fliehen musste.

Mit einem Generalstreik – dem größten in der deutschen Geschichte – widersetzte sich die arbeitende Bevölkerung der drohenden Militärdiktatur. In den Zentren der Arbeiterbewegung, vor allem in Westdeutschland, kam es zu bewaffnetem Widerstand gegen die militärische Konterrevolution. Die Rätebewegung und der Kampf um die sozialistische Revolution flackerten so noch einmal auf.

Diese dramatischen Ereignisse im Frühjahr 1920 haben den Weg ins kollektive Gedächtnis nicht gefunden und sind heute weitgehend vergessen, obgleich es sich um einen Schlüsselmoment für das Verständnis der Weimarer Republik und für ihr Scheitern handelt.

Ralf Rogge (Leiter des Stadtarchivs Solingen) beleuchtet in seinem Vortrag die besondere Rolle Solingens im Widerstand gegen den sogenannten Kapp-Putsch.

Apr
2
Do
Nachfragen erwünscht – Solingen im Gespräch mit Mitgliedern des Türkischen Volksvereins über geschichtliche Erfahrungen und Identitäten
Apr 2 um 19:00 – 21:00

In der Klingenstadt leben viele Menschen, die entweder selbst oder deren Eltern und Großeltern nach Deutschland und ins Bergische Land eingewandert sind und die jetzt mit ihren Fähigkeiten und Ideen zur Bereicherung von Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft beitragen. Mit den Menschen verbunden sind aber auch geschichtliche Erfahrungen und Identitäten, von denen die Mehrheitsgesellschaft häufig keine Kenntnis hat und denen sie oft auch desinteressiert begegnet. Wie könnte diesem Desinteresse abgeholfen werden? Gehört nicht die Bereitschaft, auch die Geschichte der anderen/des anderen – über das rein biografische hinaus – zu hören, zu einer offenen und pluralistischen Gesellschaft? Über diese Fragen diskutiert die Moderatorin Susanne Koch unter Einbeziehung der Teilnehmenden mit Mitgliedern des Türkischen Volksvereins.