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Apr
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Infektion, Invasion, Inflation: Arme im Ausnahmezustand – Verschärfung der sozialen Ungleichheit durch Pandemie, Aufrüstung und Energie(preis)krise
Apr 25 um 18:30 – 20:00
Infektion, Invasion, Inflation: Arme im Ausnahmezustand - Verschärfung der sozialen Ungleichheit durch Pandemie, Aufrüstung und Energie(preis)krise @ Forum der Bergischen VHS

Kaum hatte sich das Infektionsgeschehen der Covid-19-Pandemie so weit beruhigt, dass man auf die baldige Beendigung der Coronakrise hoffte, da zerstörte der Ukrainekrieg im Februar 2022 alle Illusionen hinsichtlich einer ungestörten Wohlstandsentwicklung. Die wirtschaftlichen Verwerfungen der Coronakrise hatten die wachsende sozioökonomische Ungleichheit als Kardinalproblem der Bundesrepublik nicht bloß klarer ins öffentliche Bewusstsein treten lassen, sondern auch verschärft. Wegen der sich anschließenden Energiekrise nahmen die inflationären Tendenzen weiter Fahrt auf.

Bedingt durch die enorme Verteuerung der Haushaltsenergie, steigende Lebenshaltungskosten und die Geldentwertung, entsteht eine verborgene oder versteckte, statistisch nur schwer zu erfassende Armut. Während das Einkommen vieler Mittelschichthaushalte oberhalb der EU-Armutsrisikoschwelle liegt, überfordern die hohen Ausgaben solche Menschen derart stark, dass ihre Kaufkraft darunter sinkt.

Die soziale Abwärtsspirale schadet dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und stellt eine Gefahr für die Demokratie dar. Umso wichtiger ist es, mit tiefgreifenden Reformen und Schritten der ökologischen Transformation statt weiterer teurer Aufrüstungsmaßnahmen die richtigen politischen Lehren aus der Coronakrise, dem Ukrainekrieg und der Inflation zu ziehen.

Bild Christoph Butterwegge: Westend-Verlag

Mai
11
Do
HIVE – Film über Frauensolidarität
Mai 11 um 19:00 – 21:15
HIVE – Film über Frauensolidarität @ Forum der Bergischen VHS

Fahrijes Ehemann wird seit dem Kosovo-Krieg vermisst, und neben ihrer Trauer hat ihre Familie auch finanziell zu kämpfen.
Um sie zu versorgen, gründet sie ein kleines landwirtschaftliches Unternehmen, aber in dem traditionellen patriarchalischen Dorf, in dem sie lebt, werden ihr Ehrgeiz und ihre Bemühungen, sich und andere Frauen zu stärken, nicht als positiv angesehen. Sie kämpft nicht nur darum, ihre Familie über Wasser zu halten, sondern auch gegen eine feindselige Gemeinschaft, die ihren Misserfolg herbeisehnt.

NDR: “Unglaublich berührender Film über Frauensolidarität”

Fahrije hat ihren Mann verloren, und im Kampf ums Überleben gewinnt sie ihre Freiheit.

Fahrijes Ehemann gilt seit Kriegsende als vermisst – wie viele Männer in ihrem Dorf im Kosovo. Zusätzlich zur Ungewissheit hat die Familie auch finanzielle Sorgen. Als die Bienen, die sie züchten, kaum noch Honig geben, beschließt Fahrije, den Führerschein zu machen und mit hausgemachtem Ajvar, einer Paprikapaste, Geld in der Stadt zu verdienen. Doch die traditionelle patriarchalische Dorfgemeinschaft beobachtet ihr Tun misstrauisch und verurteilt offen ihre Bemühungen. Fahrije aber lässt sich nicht einschüchtern, und schon bald wagen es weitere Frauen, ihr bei diesem revolutionären Unternehmen zu helfen.

In ihrem preisgekrönten Debüt-Spielfilm zeigt Regisseurin Blerta Basholli eine mutige Frau, die zur Ernährerin ihrer Familie wird. Sie gründet eine Frauengenossenschaft in ihrem Heimatdorf und motiviert andere Frauen mit ähnlichem Schicksal zu Eigenständigkeit. Der Film erzählt vom Zusammenhalt unter Frauen, vom Aufbruch und von Heilung. Trotz großer Widerstände und patriarchaler Strukturen bringt Fahrije wieder Hoffnung und liebevolle Menschlichkeit zurück in eine Gemeinschaft, die sich durch Krieg und Zerstörung verloren hat.

HIVE ist von der wahren Lebensgeschichte von Fahrije Hoti inspiriert. Ebenso wie im Film hat die Kosovo-Albanerin ihren Mann seit Kriegsende als vermisst gemeldet. Sie ist heute eine erfolgreiche Unternehmerin und engagiert hauptsächlich Frauen und Witwen in ihrem Betrieb, in dem Ajvar und weitere landwirtschaftliche Erzeugnisse hergestellt werden. Seit sie über Frauenrechte spricht, ist sie im ganzen Land bekannt.

Jun
1
Do
Unerhörte Zivilcourage – Die Kinderärztin Dr. Erna Rüppel im Kampf um menschliche Existenz und um ihr Leben
Jun 1 um 18:30 – 20:00

Dr. Erna Rüppel (1895-1970), eine beliebte Solinger Kinderärztin, hatte Dramatisches erlebt. Als Abkömmling einer bekannten jüdischen Solinger Stahlwaren-Industriellenfamilie etablierte sie ihre Arztpraxis. Seit dem Machtantritt der Nationalsozialisten wurden ihre beruflichen und politischen Rechte zunehmend eingeschränkt, bis sie die Arztzulassung verlor. Eine Zeitlang konnte sie sich als Krankenschwester halten, dann änderte die Zuteilung zu einer Deportation alles. Sie tauchte unter und führte ein Leben in der Illegalität. Ihr persönlicher Mut rettete ihr letzten Endes das Leben.