Ausstellung “The Abducted Hearts” in Solingens israelischer Partnerstadt

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Fast zwei Monate sind vergangen seit dem grausamen Massaker am 7.Oktober durch die Hamas in Israel. Die grausame Tat hat traumatische Auswirkungen auf die Psyche des ganzen Landes Israel – seit dem Holocaust waren innerhalb weniger Stunden nicht mehr so viele jüdische Menschen ermordet und verschleppt worden.

Auch Bewohner unserer Partnerstadt Ness Ziona sind unter den Opfern. Angehörige von zwei Familien befinden sich unter den Geiseln, fünf wurden getötet. Obwohl bereits Geiseln freigelassen worden sind, befinden sich immer noch mehr als 200 in der Hand der Hamas. Die Familien sind in höchster Sorge um ihre Angehörigen. Jeder Tag zählt, und schnelles Handeln ist unerlässlich. Wir dürfen die Geiseln nicht vergessen, bis alle wieder wohlbehalten bei ihren Familien sind und dann vielleicht das Leiden in Gaza auch beendet werden kann.

In Zusammenarbeit mit den betroffenen Familien der Geiseln und Opfer sowie der Verwaltung von Ness Ziona ist die eindrĂĽckliche Ausstellung „The Abducted Hearts“ (“Die entfĂĽhrten Herzen”) vor dem Kulturzentrum unserer Partnerstadt entstanden. Sie enthält Bilder von Babys, Kindern, Menschen jeden Alters, Menschen mit Beeinträchtigungen und HolocaustĂĽberlebenden. Die Bilder sind ĂĽberall in Israel präsent, aber in dieser Installation erhalten sie einen besonderen Ausdruck. Die Ausstellung besteht aus 240 unbehandelten Figuren aus Eisen, mit einem Loch als Schatten des Herzens, um ihre Verwundbarkeit zu zeigen und gleichzeitig die Verbindung zu uns allen. Der Appell lautet #BringThemHomeNow.

Der Partnerschaftsverein Solingen-Ness Ziona verurteilt mit aller Entschiedenheit dieses barbarische, unmenschliche Blutbad an Juden in Israel. Wir fühlen uns eng verbunden mit unseren Freunden in Israel und deren Familien. Wir trauern mit ihnen über den Verlust von Familienangehörigen und Freunden und bangen mit ihnen um die verschleppten Geiseln.

Der Antisemitismus in Deutschland hat in diesen Tagen in einem kaum nachvollziehbaren Umfang zugenommen und wird für uns alle deutlich sichtbar. Gerade am 85. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November 2023, mit dem seinerzeitigen Angriff der Nazis auf die Synagogen und die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, sollten wir uns und die gesamte Stadtgesellschaft daran erinnern, dass das Schweigen zu den für jeden erkennbaren negativen Veränderungen in unserer Gesellschaft aktuell eine der größten Gefahren bedeutet. Daher sollte das Versprechen “nie wieder!“ Grundlage unseres Handelns sein! Es wird immer wichtiger, dass wir uns an die Seite unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger stellen.

Mit freundlichen GrĂĽĂźen und Shalom

Bernd Krebs     Gabriela Lauenstein     Suse Pless

Bilder: Partnerschaftsverein Ness-Ziona