Termine

Sep
29
Do
Filmgespräch „In Deutschland unerwünscht“
Sep 29 um 19:00

Hermann „Fritz“ Gräbe war wie Oskar Schindler in Deutschland lange unbekannt. Als er 1986 in San Francisco unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit zu Grabe getragen wurde, galt er in seiner Heimat Deutschland als Lügner. Nach dem Überfall der Deutschen auf die Sowjetunion ging Hermann Gräbe im Auftrag einer Solinger Baufirma in die Ukraine.

Hier erlebte er zum ersten Mal, wie die SS in aller Öffentlichkeit Männer, Frauen und Kinder erschoss. Gräbe war schockiert und entschloss sich, zu helfen. Den Massenmord konnte er nicht verhindern, aber es gelang ihm viele Juden zu retten.

In Vorbereitung der Nürnberger Prozesse sagte Gräbe als einziger Deutscher gegen die SS-Einsatztruppen in der Ukraine aus. Dafür wurde er in Deutschland diffamiert und wanderte 1948 in die USA aus. 1965 ehrte der Staat Israel Hermann Gräbe mit der höchsten Auszeichnung, die ein Nichtjude erhalten kann. Kurz danach erschien im SPIEGEL ein Artikel, der Gräbe als Lügner darstellte und bewirkte, dass er in Deutschland fortan als unglaubwürdig galt.

Der Regisseur Dietrich Schubert stellt seinen Dokumentarfilm „In Deutschland unerwünscht“ (D 2000, 91 Min) über den Solinger Fritz Hermann Gräbe vor. Im Anschluss an die Vorführung besteht die Gelegenheit zum Gespräch.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid statt. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: info@max-leven-zentrum.de

Okt
15
Sa
Lesung „Mein Opa, sein Widerstand gegen die Nazis und ich“
Okt 15 um 19:00

Nora Hespers wächst mit vielen Geschichten über ihren Opa auf: den Widerstandskämpfer Theo Hespers, der von den Nazis gejagt und hingerichtet wurde. Ihr Vater erzählt sie bei jeder Gelegenheit. Immer und immer wieder. So oft, dass die jugendliche Nora irgendwann auf Durchzug stellt. Dann verlässt der Vater die Familie, und mit ihm verschwindet auch der Großvater aus ihrem Leben. Jahre später, Nora Hespers arbeitet inzwischen als freie Journalistin für Hörfunk und TV, wird sie wieder mit ihrem Großvater konfrontiert. Und das zu einer Zeit, in der die freiheitlich-demokratischen Werte, für die er gekämpft hat und für die er gestorben ist, bedroht werden wie lange nicht mehr. Für Nora Hespers ist es der Startpunkt, sich mit der Geschichte ihres Opas auseinanderzusetzen. Doch was kann man aus dem Widerstand damals für das Heute lernen?

Nora Hespers‘ Buch ist eine Auseinandersetzung mit dem Leben ihres Großvaters Theo Hespers. Außerdem ist es die berührende Geschichte einer Wiederbegegnung mit dem Vater – fünfzehn Jahre nachdem er seine Familie über Nacht verließ und sie den Kontakt zu ihm abbrach. Dabei richtet Hespers einen leidenschaftlichen Appell an uns alle: Unsere demokratischen Freiheitsrechte, für die Menschen wie Theo Hespers sich aufgeopfert haben, müssen heute mehr denn je gegen Angriffe von rechts verteidigt werden.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid statt. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: info@max-leven-zentrum.de

Nora Hespers wurde 1978 in Mönchengladbach geboren. Sie arbeitet als freie Journalistin für den WDR, die ARD und Deutschlandfunk Nova. Sie war bei Fußball-Welt- und Europameisterschaften im Einsatz, wobei ihr Interesse immer gesellschaftspolitischen Themen gilt. Mit dem Blog und der Podcastserie Die Anachronistin erweckt sie seit 2014 die Geschichte ihres Großvaters zum Leben.

Okt
21
Fr
Ausbildung für Ausstellungs-Guides „… und laut zu sagen: Nein.“
Okt 21 um 9:00 – 15:30

Am 21./22. Oktober 2022 findet zum ersten Mal eine Ausbildung für Ausstellungs-Guides statt. Der Workshop richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16-22 Jahren.

  • Du interessierst Dich für die Geschichte Solingens in der Zeit des Nationalsozialismus?
  • Du möchtest aktiv mithelfen, dass mehr junge Menschen über dieses Thema Bescheid wissen?
  • Du möchtest lernen, wie man interessante Führungen und Vorträge für ein junges Publikum gestaltet?

Ausgrenzung, Verschwörungstheorien und Gewalt gegen Andersdenkende. Leider werden Merkmale der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in der heutigen Gesellschaft wieder präsenter. Der Verein Max-Leven-Zentrum Solingen e. V. zeigt die Ausstellung „… und laut zu sagen: Nein.“ im Zentrum für verfolgte Künste. Sie thematisiert unter anderem den Widerstand gegen den Nationalsozialismus durch Solingerinnen und Solinger. Wir suchen junge Menschen wie Dich, die als Ausstellungs-Guides Schulklassen durch die Ausstellung führen und so junge Leute an das Thema heranführen. Am 22. Oktober 2022 findet zum Abschluss ab 17.30 Uhr eine Begegnung mit Zeit- und Zweitzeug:innen statt. Diese Veranstaltung ist öffentlich.

Darum geht’s:

  • Zeit des Nationalsozialismus in Solingen
  • Lernen wie man interessante Führungen gestaltet
  • Entscheide später, ob du als Ausstellungs-Guide aktiv wirst

Das bringt’s:

  • Erweitere dein Wissen: Wer war im Widerstand? Welche Art von Widerstand gab es? Wo fehlte Widerstand?
  • Mehr Sicherheit bei Vorträgen in Schule, Uni und Beruf
  • Freistellung vom Unterricht als Ausstellungs-Guide

Seminarzeiten: Freitag, 21. Oktober 2022, 9.00-15.30 Uhr und Samstag, 22. Oktober 2022, 10.00-19.00 Uhr (ohne Übernachtung). Die Teilnahme ist kostenlos und inklusive Verpflegung.

Anmeldung bis zum 15. Oktober 2022 unter info@max-leven-zentrum.de. Schicke uns eine kurze Nachricht mit: Name, Alter, Schule/Uni, vegetarische/vegane Ernährung?, Kontaktdaten