Fachtag in Solingen: „Professionalität statt Polarisierung – Integration möglich machen“

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Am 4. November 2025 lädt das Diakonische Werk Solingen gemeinsam mit der Diakonie Deutschland sowie der Diakonie RWL zu einer besonderen Fachtagung und Podiumsdiskussion ein. Unter dem Motto „Professionalität statt Polarisierung – Integration möglich machen“ rücken aktuelle gesellschaftliche Konflikte, die Rolle von Wohlfahrtsverbänden und die Herausforderungen einer gelingenden Integration in den Mittelpunkt.

Hintergrund: Ein Jahr nach dem Solinger Attentat

Das Attentat vom 23. August 2024 hat bundesweit tiefe Spuren hinterlassen und eine hitzige Debatte über die deutsche Asyl- und Migrationspolitik ausgelöst. Besonders im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 wurde Migration zu einem zentralen politischen Thema. In diesem aufgeheizten Klima gerieten auch Wohlfahrtsverbände wie die Diakonie verstärkt ins Visier populistischer Narrative – von einer vermeintlichen „Asylindustrie“ war die Rede, die angeblich mit Steuergeldern finanziert werde und gesellschaftliche Fehlentwicklungen mitverursache.

Diese Vorwürfe betreffen nicht nur die Diakonie, sondern die gesamte Wohlfahrtspflege. In einer Zeit zunehmender Polarisierung und finanzieller Engpässe werden Grundwerte wie Solidarität und Subsidiarität auf die Probe gestellt. Die Fachtagung möchte diesen einseitigen Deutungen fachlich fundierte Perspektiven entgegensetzen und Wege aufzeigen, wie Integration gelingen kann.

Fachlicher Austausch und Workshops

Die Tagung beginnt um 10:00 Uhr im Bürgersaal der Ev. Stadtkirche Solingen mit einer Begrüßung durch Ulrike Kilp, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Solingen, sowie einem geistlichen Impuls von Dr. Ilka Werner, Superintendentin des Ev. Kirchenkreises Solingen.

Es folgen spannende Vorträge zu den Themen Radikalisierungsprävention, rechte Narrative in den Medien und juristische Perspektiven der Flüchtlings- und Integrationsarbeit. Am Nachmittag vertiefen drei Workshops die Impulse aus den Vorträgen und bieten Raum für Analyse, Reflexion und die Erarbeitung konkreter Handlungsempfehlungen.

Höhepunkt: Öffentliche Podiumsdiskussion

Besonderes Augenmerk liegt auf der öffentlichen Podiumsdiskussion um 17:00 Uhr unter dem Titel „Das Solinger Attentat – was hat sich geändert, was muss sich ändern?“.

Es diskutieren:

  • Pfarrer Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland

  • Josefine Paul, Ministerin für Integration des Landes NRW

  • Ulrike Kilp, Geschäftsführerin Diakonisches Werk Solingen

  • Prof. Dr. Sebastian Kurtenbach, Politikwissenschaftler an der FH Münster

Die Moderation übernimmt Jörg Schumacher (JSMedienberatung Hamburg).

Wer ist eingeladen?

Die Fachtagung richtet sich an Vertreter:innen der Diakonie bundesweit, an andere Wohlfahrtsverbände, Initiativen, Vereine, politische Entscheidungsträger:innen sowie die Stadtverwaltung. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, den fachlichen Austausch zu stärken und Impulse für die künftige Arbeit in den Bereichen Flucht, Migration und Integration zu geben.

Anmeldung und weitere Informationen

Eine Teilnahme ist nur mit vorheriger Anmeldung bis zum 7. Oktober 2025 möglich.
👉 Hier geht es direkt zum Anmeldeformular.

Flyer_Fachtagung 4.11.25 (PDF)