„Vergessene“ Opfer – das Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen in Hand der Wehrmacht 1941 – 1945

Die völkerrechtlichen Rahmenbedingungen für die Kriegsgefangenenpolitik der Wehrmacht und die Frage, inwieweit diese völkerrechtlichen Vorschriften beachtet wurden, werden beleuchtet. Zwar erließ die Wehrmacht die Richtlinien zur Behandlung Gefangener gemäß den Bestimmungen des Genfer Abkommens, tatsächlich schuf sie aber von Anfang an eine Rangordnung unterschiedlicher Rechte und Rechtssicherheit für die verschiedenen Gefangenengruppen. Diese Praxis gipfelte in der verbrecherischen Behandlung der rund 5,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen in deutscher Hand ab Juni 1941, von denen zwischen 2,5 und 3,3 Millionen ums Leben kamen. Deren Schicksal in den Lagern und beim Arbeitseinsatz im Reichsgebiet gilt das Hauptaugenmerk des Vortrags. Abschließend soll skizziert werden, aus welchen Gründen sich Politik, Gesellschaft und Geschichtswissen-schaft nicht nur in den Nachfolgestaaten des „Dritten Reiches“, sondern auch in der Sowjetunion lange Zeit mit diesem Thema nicht befasst haben.

Referent: Dr. Jörg OsterlohFritz-Bauer-Institut, Frankfurt

Dr. Jörg Osterloh ist seit 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main. Er studierte Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Hannover und promovierte 2004 mit einer Studie über die nationalsozialistische Judenverfolgung im Reichsgau Sudetenland an der TU Dresden.

Leitung: Pfarrer Thomas Förster, Synodalassessor

Zu dieser Gedenkveranstaltung laden ein:

Evangelischer Kirchenkreis Solingen, Evangelische Kirchengemeinde Ohligs, Evangelisches Schulreferat Solingen, Katholisches Bildungswerk Wuppertal/ Solingen/ Remscheid