Red Hand Day: Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Der „Welttag gegen den Einsatz von Kindersoldaten“ erinnert an das sogenannte Kindersoldatenprotokoll der Vereinten Nationen, das am 12. Februar 2002 in Kraft trat und mittlerweile von 167 Staaten unterzeichnet wurde. Das Protokoll vermerkt ausdrücklich, dass die Zwangsrekrutierung von Kindern und die Wehrpflicht von unter 18-jährigen Jugendlichen illegal sind und dass Verstöße dagegen vom Internationalen Gerichtshof als Kriegsverbrechen verfolgt werden. Ehemalige Kommandeure in Kriegsgebieten bis hin zu Staatspräsidenten sind daher bereits zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Doch abschreckend wirkt das Protokoll nicht. So gibt es Ausnahmeregelungen, die zum Beispiel auch die Bundeswehr in Anspruch nimmt, um 17-jährige Freiwillige zu rekrutieren, und die Situation in vielen Ländern der Welt führt vor Augen, wie skrupellos Machthaber und Milizenführer über das Völkerrecht hinwegsehen und damit Kinder- und Menschenrechte verletzen. Denn nach wie vor werden weltweit rund 250.000 Kinder in mindestens 19 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika als Soldaten und im Kampf eingesetzt. Sie werden entführt oder mit falschen Versprechungen und einem geringen Sold gelockt und militärisch gedrillt.
Der Gedenktag, an dem weltweit durch öffentliche Proteste und Aktivitäten Aufmerksamkeit auf die Situation von Kindersoldaten gelenkt werden soll, bietet daher Anlass, einen Blick in die Geschichte zu werfen, um dem Phänomen der Kindersoldaten historisch näher zu rücken, wie es Prof. Jörg Becker in seinem Beitrag unternimmt. Gerd Faruß von der Kinderhilfsorganisation terre des hommes, die sich für den Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten und gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten einsetzt, zeichnet anschließend die Entwicklung vom Falklandkrieg, der die Problematik minderjähriger Soldaten und Kriegstoten der Öffentlichkeit vor Augen führte, bis zu der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 und dem Protokoll von 2002 nach und gibt aktuelle Daten und Beispiele. Eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Thorsten Kabitz gibt auch dem Publikum Gelegenheit, mitzudiskutieren.