Nachfragen erwünscht – Solingen im Gespräch mit Renate Bernhard und Abdulkadir Cakar über Kinderrechte versus religiöse Tradition am Beispiel der Beschneidung

Wann:
6. Februar 2020 um 19:00 – 21:00
2020-02-06T19:00:00+01:00
2020-02-06T21:00:00+01:00
Wo:
Forum der Bergischen VHS
Mummstraße 10
42651 Solingen

Was tun, wenn religiöse Gebote mit weltlichen Werten kollidieren? Im Umfeld der Bundestagsentscheidung vom Dezember 2012, im Paragraf 1631d des Bürgerlichen Gesetzbuches den Passus einzuführen, wonach „eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes“ vorgenommen werden darf, prallten die gegensätzlichen Meinungen aufeinander. Während die Befürworter*innen der Beschneidung auf die religiösen Gebote verwiesen und sich dagegen verwahrten, dass ein Beschneidungsverbot ihre Religionsfreiheit verletzen und zugleich eine Ausübung ihrer Religion in Deutschland unterbinden würde, verwiesen die Befürworter*innen eines Verbots auf Kinderrechte und das Kindeswohl, das nicht zugunsten unaufgeklärter religiöser Traditionen verletzt werden dürfe. Wie lassen sich diese Konflikte in einer pluralistischen und religiös differenzierten Gesellschaft auffangen? Diese Frage diskutiert die Redakteurin Susanne Koch unter Einbeziehung der Teilnehmenden mit der Journalistin Renate Bernhard, einer vehementen Kritikerin der Beschneidungen an Mädchen wie Jungen, sowie mit Abdulkadir Cakar, der die Praxis der Beschneidung von Jungen aus muslimischer Sicht rechtfertigt. Die Teilnahme eines muslimischen Kritikers der Beschneidung ist angefragt.