Ausstellung „… und laut zu sagen: Nein.“

Aus dem Einladungstext der Veranstalter:

„Ein außergewöhnliches Jahr liegt hinter uns. Viel ist passiert, was wir uns bis dahin kaum vorstellen konnten. Die weiteren Aussichten sind nach wie vor mit Unsicherheit behaftet. Die Corona-Pandemie hat das kulturelle Leben besonders hart getroffen. Trotz aller Kreativität, die sich im Digitalen entwickelt und wichtige Impulse gesetzt hat, fehlen uns die unmittelbaren Begegnungen, die Orte des Austauschs und der Auseinandersetzung. Die fortschreitenden Impfungen geben Hoffnung, dass wir im Laufe des Sommers Schritt für Schritt wieder zusammenkommen können.

Dass wir auch ein Jahr später als ursprünglich geplant keine Eröffnung mit Publikum feiern können, hatten wir nicht erwartet. Dennoch wird die Ausstellung „… und laut zu sagen: Nein.“ des Max-Leven-Zentrums zusammen mit den Ausstellungen des Zentrums für verfolgte Künste am 8. Mai 2021 live ab 17:00 Uhr auf verfolgte-kuenste.com eröffnet!

Es sprechen

  • Thilo Schnor, Bürgermeister der Stadt Solingen
  • Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, 1. Stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland
  • Sylvia Löhrmann, Staatsministerin a.D. und Generalsekretärin des Festjahres 321-2021 – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland
  • Daniela Tobias, Vorsitzende Max-Leven-Zentrum Solingen e.V.
  • Prof. Dr. Christoph Rass, Lehrstuhl Historische Migrationsforschung der Universität Osnabrück

Alle drei Ausstellungen versammeln sich unter dem Tucholsky-Zitat „… und laut zu sagen: Nein.“ Kurt Tucholsky veröffentlichte seine düstere prophetische Mahnung 1921 unter seinem Pseudonym Ignaz Wrobel in der Weltbühne: „Und so werden sie in ihren Büchern und in ihren Kollegs, in ihren Kirchen und in ihren Lesezirkeln davon sprechen, wie heilig, wie notwendig und wie edel der Krieg ist, sie werden das Sterben der andern loben, und wie süß es sei … Denn nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.“

Alle drei Ausstellungen zeigen Strategien, sich unter den Bedingungen der mörderischen Diktatur des NS-Systems die Individualität zu bewahren, sich der Vereinnahmung durch den Nationalsozialismus zu widersetzen, laut oder leise „Nein“ zu sagen.

Wir laden Sie herzlich ein, digital an der Eröffnung teilzunehmen und ab dem 9. Mai 2021 nach den geltenden Bestimmungen der Corona-Schutzverordnung sich die Ausstellungen im Zentrum für verfolgte Künste persönlich anzuschauen.“